Ergänzende historische Ausrüstung unseres Vereins:
• Persönliche Schutzausrüstung: Historische Feuerwehrhelme und Messinghelme aus verschiedenen Epochen.
• Lösch- und Armaturentechnik: Klassische Strahlrohre, Verteiler und Kupplungen aus Bronze und Messing.
• Kleinlöschgeräte: Tragbare historische Feuerlöscher (z. B. alte Kübelspritzen oder Nassauflöscher).
• Weiteres Zubehör: Historische Laternen, Beile, Signalhörner und diverses Kleinmaterial.
Handruckspritze
Handruckspritze 1895
Ferdinand Schenk, Worblaufen
Aufbau: Vierrädriger Wagen mit Holz-Speichenrädern. Zwischen Vorder und Hinterachse befindet sich beidseitig je eine Sitzbank für 4 Feuerwehrleute, Drückbalken und Saugschläuche verlastet.
Pumpe: Doppelkolbenpumpe für Handbetrieb. Bereits mit Ansaugvorrichtung (damit entfiel das mühselige Schöpfen des Wassers in den Wasserkasten von Hand). Bohrung: 13.0cm; Hub: 25.5cm
Leistung: ca. 200 l/Minute bei 8 Mann und mit 50 Doppelhüben/Minute. Wurfweite ca. 25 Meter
Besatzung: Total 19 Feuerwehrleute: 8 Feuerwehrleute (je 4 pro Seite) an den Drückbalken. Diese mussten alle 10 Minuten ausgewechselt werden!1 Fahrer (Kutscher) 1 Rohrführer mit 1 Mann Unterstützung
Feuerwehr-Leiterkarren
Feuerwehr-Leiterkarren (um 1900)
1. Fahrzeugtyp und Einsatzzweck
• Gerätetyp: Handgezogener Feuerwehrkarren (Zweiad-Leiterkarren).
• Hauptaufgabe: Schneller Transport von Rettungsgeräten zum Einsatzort sowie Menschenrettung aus oberen Stockwerken und Angriffsweg für die Brandbekämpfung.
• Antrieb: Muskelkraft. Der Wagen wurde im Alarmfall von einer Mannschaft aus 4 bis 8 Feuerwehrleuten im Laufschritt zum Brandherd gezogen.
2. Technische Konstruktion und Materialien
• Fahrgestell: Robuster Holzrahmen, traditionell gefertigt aus witterungsbeständigem Hartholz (meist Eiche oder Esche).
• Räder: Große Holzspeichenräder mit aufgeschmiedeten Eisenreifen. Der große Durchmesser half dabei, Hindernisse und Unebenheiten auf unbefestigten Straßen oder Kopfsteinpflaster leichter zu überwinden.
• Achse: Eine starre, ungefederte Eisenachse sorgt für die nötige Stabilität bei hoher Traglast.
3. Die aufgelegte Rettungsleiter
• Typ: Mehrteilige Holz-Ausziehleiter (Schiebleiter).
• Material: Gefertigt aus leichtem, aber hochstabilem Nadelholz (für die Holme) und zähem Eschenholz (für die Sprossen).
• Funktion: Die Leiter ist kompakt auf dem Wagen gelagert und kann am Einsatzort auf eine Länge von ca. 8 bis 12 Meter ausgezogen werden. Damit konnten damals Gebäude mit bis zu drei Stockwerken erreicht werden.
Schlauchwagen
spätes 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhundert
• Bauweise und Material: Das gesamte Chassis, der Requisitenkasten und die grossen Speichenräder sind traditionell aus robustem, hochwertig lackiertem Eschenholz gefertigt und eisenbereift.
• Die Schlauchhaspel: Im Zentrum des Wagens ist eine grosse, drehbare Holzhaspel montiert. Auf dieser ist ein flach zusammengerollter Hanf-Feuerwehrschlauch (häufig mit historischen Storz- oder Schraubkupplungen) aufgewickelt.
• Der Requisitenkasten: Die hölzerne Kiste im vorderen Teil diente zum Transport der wichtigsten Armaturen. Dazu gehörten Hydrantenschlüssel (Standrohre), Strahlrohre, Kupplungsschlüssel sowie Werkzeuge wie Pickel und Schaufeln.
• Betrieb: Vorne befindet sich eine Deichsel mit Quergriff. Dieser leichte Wagentyp war als Handzugwagen konzipiert und wurde von zwei bis vier Feuerwehrleuten im Laufschritt direkt zum nächstgelegenen Hydranten an die Brandstelle gezogen.
Hydrantenwagen
1930er- und 1940er-Jahren
• Fahrgestell und Bereifung: Dieser Wagen besitzt Stahl-Speichenräder mit Vollgummi- oder Luftbereifung. Das machte den Transport im Laufschritt deutlich leiser und dämpfte Stösse auf asphaltierten Strassen wesentlich besser ab als die alten, eisenbereiften Holzräder.
• Schlauchhaspel: Die Haspel im Zentrum besteht hier aus einer Metallkonstruktion statt aus Holz. Auf ihr ist ebenfalls ein flach aufgerollter Druckschlauch gelagert.
• Doppelter Requisitenkasten: Der Aufbau verfügt über zwei separate Holzkisten (vorne und hinten), die mit Lederriemen oder Metallverschlüssen gesichert sind. Hier wurden die schweren Armaturen wie Standrohr, Hydrantenschlüssel und Strahlrohre optimal ausbalanciert über der Achse gelagert.
• Zugvorrichtung: Vorne befindet sich wieder die charakteristische Holzdeichsel mit Quergriff für den Handzug durch die Feuerwehrleute, ergänzt durch eine Abstützung unterhalb der Deichsel, damit der Wagen im Stand nicht nach vorne kippt.
Pferdezug-Magirus-Leiter
Pferdezug-Magirus-Leiter (um 1900)
1. Fahrzeugtyp und Einsatzzweck
• Gerätetyp: Vierrädrige, pferdegezogene Balance-Drehleiter (oft als „Patent-Leiter“ oder „Magirus-Leiter“ bezeichnet).
• Hauptaufgabe: Großflächige Menschenrettung aus großen Höhen, Brandbekämpfung von oben und Schaffen von Angriffswegen bei mehrstöckigen Stadtgebäuden.
• Antrieb: Gespannzug. Aufgrund des hohen Gewichts wurde dieser Wagen von Pferden gezogen. Am Heck befindet sich zudem ein klappbarer Sitz für einen Feuerwehrmann (den Kutscher oder Bremswart).
2. Technische Konstruktion und Materialien
• Fahrgestell: Massiver, feuerrot lackierter Holz- und Stahlrahmen. Im Gegensatz zum leichten Zweiradkarren besitzt dieser Wagen eine gelenkte Vorderachse für engen Wendekreis in Stadtgebieten.
• Räder: Vier große Holzspeichenräder mit Eisenbereifung, rot lackiert. Die Hinterräder sind deutlich größer, um die enorme Last der schweren Leiterkonstruktion im Gleichgewicht zu halten.
• Stützmechanismus: Am Fahrgestell befinden sich ausklappbare Spindeln/Stützen (schwarz lackiert), um den Wagen vor dem Aufrichten der Leiter bombenfest auf dem Boden zu verankern und ein Umkippen zu verhindern.
3. Die mechanische Leiterkonstruktion
• Typ: Mehrteilige, mechanisch ausziehbare Drehleiter aus Holz mit aufwendiger Stahlverstrebung (Fachwerkbauweise zur Stabilisierung).
• Funktion: Die Leiter liegt beim Transport flach auf dem Wagen. Am Einsatzort wird sie über Zahnräder, Kurbeln und Drahtseile mechanisch aufgerichtet und teleskopartig ausgefahren.
• Rettungshöhe: Je nach Modell betrug die Ausziehlänge bei diesen Großgeräten ca. 14 bis 20 Meter, was das Erreichen von vier bis fünf Stockwerken (Altstadt-Niveau) ermöglichte.
Hydrantenwagen
ca. 1941
• Fahrgestell & Bereifung: Sehr schön zu sehen sind die holzgespeichten Räder, die hier jedoch – im Gegensatz zu den ganz alten Modellen aus dem 19. Jahrhundert – bereits mit einer dicken Vollgummibereifung ausgestattet sind. Das machte das Ziehen auf den damals aufkommenden Asphaltstrassen in Liestal deutlich materialschonender und leiser.
• Der Requisitenkasten: Im Vordergrund sieht man die hölzerne Materialkiste mit der aufgemalten Nummer „3“. Darin wurden, wie oben beschrieben, die schweren Standrohre, Hydrantenschlüssel und die passenden Strahlrohre (vielleicht sogar eines der Messingrohre, die wir gerade analysiert haben) transportiert.
• Deichsel: Nach rechts ragt die eiserne Deichsel heraus, an der die Feuerwehrleute den Wagen im Laufschritt zum Einsatzort zogen.